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Eine Runde Sache: Faire Bälle für ein faires Spiel

Montag, 28. Juni 2010

„Eine runde Sache“ das war das Motto des 42. Rolandsfestes in Nordhausen. Bei der katholischen Domgemeinde und den evangelischen Gemeinden Blasii-Altendorf und Frauenberg dachte man sich,
warum das Festmotto nicht erweitern, und unter dem Slogan „Eine runde Sache – Mit Gott“ einen gemeinsamen Gottesdienst veranstalten? Gesagt, getan: Jeder war willkommen und viele kamen. Mit einer Kollekte von beachtlichen tausend Euro konnte man eine metaphorische Brücke in das Land, und den Kontinent, der WM bauen: die Organisation Brot für die Welt hatte zur Spende gebeten, um das „Centre for the study of violence and reconciliation“ zu unterstützen. Die Einrichtung beschäftigt sich mit einer der Geißeln des modernen Afrika: Konflikt und Gewalt. Das Zentrum rückt dabei vor allem Möglichkeiten zu deren Überwindung in den Mittelpunkt. Man ist mit vollem Einsatz und Hautnah dabei. Wer mehr erfahren möchte, der kann sich in der WM-Zeitung, die im Weltladen ausliegt, genauer informieren.

Für die Grundschulen des Landkreises gab es noch eine besondere Überraschung. Sie erhielten einen Fairtrade-Fußball, also einen Ball der ohne Kinderarbeit hergestellt, und zu einem fairen Preis erworben wurde. Die Kinder der Grundschule Nordhausen-Ost erhielten ihren Ball am Mittwoch. Mit dem Ball gab es, für die großen genauso wie die kleinen, auch jede Menge wissenswertes und lehrreiches zu erfahren.

Wer den nun Weltmeister wird, da waren sich die Kinder uneins. Ob Ghana, Deutschland, Portugal oder Argentinien, jeder hatte seinen Favoriten. Das die Favoritenwahl der Kinder so unterschiedlich ausfiel zeigt vor allem eines: die Kinder können sich ohne Neid am Sieg der besseren Mannschaft erfreuen, und lassen trotz der Siege der deutschen Nationalelf auch den anderen Teams ihre faire Chance zu gewinnen, denn gut Fußball spielen, das können alle Mannschaften. Eine simple Wahrheit, die man auch als Erwachsener während Torjubel und Siegestaumel nicht vergessen sollte.

Auch in den nächsten Wochen wird sich alles um den Ball drehen. Gerade zu einer Weltmeisterschaft zeigt sich, wie sehr das Spiel die Menschen in aller Herren Länder bewegt. Doch die Wirkung des runden Leders ist damit noch nicht erschöpft. Fußball kann mehr sein als nur Prestigeträchtige Titel. Deswegen erfuhren die Grundschüler auch das ein Fairtrade-Ball mehr bedeutet als „nur“ faire Bezahlung der Ballnäher.

Die jungen Schüler hörten erstaunt das gerade in Krisengebieten, in denen Kinder in ihrem Alter als Soldaten missbraucht wurden und schreckliche Erfahrungen machen mussten, Fußball eine Möglichkeit ist diese Kinder von ausgenutzten, traumatisierten “Kampfmaschinen” zu Menschen mit fairen Spielregeln und gewaltfreien Konfliktlösungen werden zu lassen. Das ist harte Arbeit und eine große Aufgabe die viel Geld, Geduld und starke Gestalter braucht.

Nach soviel spannendem und wissenswertem war es für die Schüler der Grundschule dann endlich soweit: der beste Fußballer der Klasse und ein Mädchen, das noch nie Fußball spielte, nahmen ,stellvertretend für die Schule, den Ball in Empfang.

Hätten nur die Grundschulen einen Ball erhalten hätte das allerdings kaum dem fairen Geist entsprochen, der die Aktion beseelte. Deswegen gab es zum Kirchenentdeckertag am 21.Juni, an dem 5. und 6. Klassen aus 6 beteiligten Regelschulen des Landkreises teilnahmen, auch für sie je einen Fußball. Und die Erfahrungen die die Kinder hier machen konnten gestalteten sich nicht weniger interessant. Die Regelschüler konnten erleben und versuchen, selber einen Ball zu nähen. Die Ausdauer, die diese Aufgabe mit sich bringt, brachten nicht viele auf. Schnell nähen und mitnehmen, das funktionierte einfach nicht und zeigte eindrücklich, wieviel Arbeit in einem genähten Ball tatsächlich steckt.

Der Kirchenkreis und der Weltladen (Schrankenlos e.V.) hoffen, dass die Begeisterung für den Fußball auch Interesse am Weg des Gastgeberlandes Südafrika weckt, und nicht mit dem Ende der Weltmeisterschaft versiegt. Aber was hat Gott damit zu schaffen? Eines der Hauptworte der Bibel ist: Gerechtigkeit - auf Erden, und da haben Menschen viel Anteil: zu nehmen und zu geben. Allen Teilnehmern, und natürlich allen die so großzügig gespendet haben, sei an dieser Stelle unser herzlichster Dank ausgesprochen.
Welche Klasse nach den Ferien, welche Gruppe sich dafür auch sonst interessiert - meldet Euch, melden Sie sich im Schrankenlos e.V.: Vom Nähversuch der Bälle bis zur fairen Grillparty mit Zutaten aus Südafrika - alles ist möglich!

[Diskussion] der IRAN ergrünt… hoffentlich!

Samstag, 09. Januar 2010

Aus dem Iran erreichen uns Nachrichten, die erschüttern und erstaunen lassen. Viele Menschen beteiligen sich an der Demokratiebewegung („Grüne Bewegung“). Sie riskieren ihr Leben, kämpfen für Freiheit, Demokratie und Bürgerrechte.

Menschenrechte werden in diesem Land alltäglich missachtet. Es betrifft insbesondere Menschen, die sich den engen, einseitigen Auslegungen des Koran durch den Wächterrat und seiner Hoheit über die politischen Verhältnisse widersetzen.

Viele Oppositionelle, die den Iran verließen, setzten im Ausland ihre Arbeit fort. Doch sie ersetzen nicht die Bewegung im Land. Dort werden von Betroffenen die Ereignisse dokumentiert. Auch kürzeste Filme zeigen, was der Weltöffentlichkeit verheimlicht werden soll.

Am 12. Januar 2010 findet ab 19 Uhr ein Dokumentarfilm-, Vortrags- und Diskussionsabend statt.

Erwachen einer Nation - ein Dokumentarfilm von Peyman Tabarkhun

Freiheit und Demokratie für mein Land - ein Impulsvortrag von Homayun Alam/Frankfurt a.M.

ALLE Interessierten sind herzlich eingeladen, sich zu informieren, sich auszutauschen und mitzudiskutieren.